Es gibt auch ältere Sportvereine – die meisten wie der KSV mit viel Tradition beladen. Die einen dümpeln so dahin, manche verwalten lediglich noch das Vereinsvermögen.Aus leistungsorientierten Sportvereinen früherer Jahre wurden Wandervereine, Kegelklubs ... eben weil die Mitglieder älter wurden und man es versäumte den Verein für junges Gedankengut zu öffnen.Andere Beispiele gibt es natürlich auch. Manchmal waren es glückliche Umstände, die Finanzkraft von Sponsoren und Gönnern, die Weitsicht von Funktionären, die ihren Sportverein – oft gegen innere Widerstände – für die Zukunft fit gemacht haben. Glück hatten aber diejenigen, die frühzeitig eine Trendsportart zum Angebot zählen konnten und dadurch zunächst wenig Nachwuchssorgen hatten.

Gewinner der Freizeitgesellschaft waren aber eindeutig die Ballsportarten, vornehmlich diejenigen, die als Mannschaftssport mit entsprechender Ausrüstung und modernem Outfit betrieben wurden. Sie wurden frühzeitig von cleveren Ausrüstern entdeckt und über die Fachverbände gezielt gefördert.Heute sind die „Berufssportler" Ausdruck dafür, wie sich der Sportverein von der schönsten, geselligen und gesunden Freizeitbeschäftigung zu profitorientierten Unternehmen mit teilweise gedopten Athleten wandelten. Gedopt mit beschämend hohen Einkommen und gesundheitsschädigender Manipulation menschlichen Leistungsvermögens. Der KSV ist einen anderen Weg gegangen. Keinen einfachen, wie die Aufzeichnungen seiner langen Geschichte belegen. Manchmal der Not gehorchend, aber oft mit guten Ideen ausgestattet. Aus dem Kraftsportverein wurde ein Kampfsportverein. Aus dem Verein mit „aussichtslosen" Randsportarten, aber vielen Idealisten, wurde klammheimlich ein „Dienstleister der besonderen Art".Breitensport für die älteren, ehemaligen Sportler aus verschiedenen Sportarten, Gesundheitsport mit fachlicher Anleitung und Träger einer Kindersportschule (KiSS). Ringen, Judo und Taekwondo bilden dabei die tragenden Säulen des Kampfsportgeschehens und mit deren Mitgliedsbeiträgen, Kursgebühren und Einnahmen von Ringkampfveranstaltungen auch die finanzielle Grundlage des Vereins.

Der KSV hat die Weichen gestellt und befindet sich auf dem richtigen Weg. Es dürfen alle diejenigen stolz sein, die in über 100 Jahren „ihrem Verein“ Leben gaben und Perspektiven für die Zukunft. Nur so waren diese einhundert Jahre zu schaffen.

von Manfred Wanner
ehemaliger KSV-Vorsitzender